Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland hat in Tel Aviv eine Kooperationsvereinbarung mit der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft („Jeckes“-Organisation) unterzeichnet.

Die Organisation vertritt die Interessen der Israelis deutschsprachiger Herkunft und führt in vielen Städten Israels zahlreiche kulturelle und soziale Projekte durch.
Stiftungsgeschäftsführer Dr. Marco Just Quiles und Werner Sonne, langjähriger ARD-Journalist, Israel-Experte, Buchautor und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Verbundenheit, der als Initiator des Projektes die Kooperation maßgeblich durch die Kontaktvermittlung im vergangenen Jahr möglich gemacht hat, repräsentierten die Stiftung Verbundenheit bei der Unterzeichnung in Tel Aviv. Die „Jeckes“, vertreten durch die Präsidentin der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft, Frau Devorah Haberfeld, der Exekutivdirektorin Leora Shoham-Peters und Vorstandsmitglied Zvi Tropp, hoben bei der Unterzeichnung die Bedeutung dieser neuen Kooperation hervor, über die auch deutsche Botschaft in Tel Aviv in Kenntnis gesetzt wurde.

Die Kooperationsvereinbarung stellt den bisher wichtigsten Schritt bei der angestrebten Zusammenarbeit zwischen der „Jeckes“-Organisation und der Stiftung Verbundenheit dar.
Seit dem vergangenen Jahr wurden dazu zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen der Bundesregierung sowie des Bundestages, aber Vertretern des Staates Israel und des Zentralrats der Juden in Deutschland geführt.
Ein erstes Pilotprojekt soll in diesem Jahr die Grundlage für eine mögliche Förderung durch die Bundesregierung schaffen.

Besonders dankt die Stiftung Verbundenheit in diesem Zusammenhang der Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin des Innern und für Heimat (BMI), Rita Schwarzelühr-Sutter MdB, dem Leiter der Abteilung H (Heimat, Zusammenhalt und Demokratie) im Bundesministerium des Innern und für Heimat, Jörn Thießen, dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und dem Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Anette Kramme MdB und den bisherigen Berichterstattern für den Haushalt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, Martin Gerster MdB (SPD), Dr. Yannick Bury MdB (CDU/CSU), Dr. Thorsten Lieb (FDP) und Jamila Schäfer MdB (Bündnis 90/Die Grünen), die alle das Projekt maßgeblich unterstützt haben.

Zudem fanden im Vorfeld der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung in Tel Aviv Gespräche mit dem Botschafter Israels in Deutschland, Ron Prosor, dem deutschen Botschafter in Tel Aviv, Steffen Seibert sowie dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, statt, die ebenfalls ihre Unterstützung bekundeten.
Vor der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung trafen sich Dr. Marco Just Quiles und Werner Sonne mit den Vertreterinnen und Vertretern der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft in deren Zentralbüro in Tel Aviv.
Die Stiftungsvertreter informierten sich über die Organisationsstruktur, die zahlreichen Aktivitäten der Vereinigung in verschiedenen Städten Israels, aber auch über die Potentiale der Brückenfunktion, die die „Jeckes“ heute zwischen Israel und Deutschland einnehmen.

Geschäftsführer Dr. Marco Just Quiles und Kuratoriumsmitglied Werner Sonne zeigten sich von der Organisationsstruktur und den Aktivitäten der Jeckes im kulturellen und sozialen Bereich sehr beeindruckt. Neben zahlreichen Begegnungs- und Bildungsformaten für die Kulturpflege der „Jeckes“ bietet die Organisation auch Deutsch-Sprachkurse an. Sie unterhält auch Sozialeinrichtungen wie z.B. Altenheime.
Im Bereich der Jugendarbeit sieht die Stiftung Verbundenheit ein großes Kooperationspotential, da sie auf Erfahrungen als Mittlerorganisation des BMI im Bereich der Förderung deutscher Minderheiten in Mittel- und Osteuropa sowie den GUS-Staaten, aber auch bei der Unterstützung deutschsprachiger Gemeinschaften in Lateinamerika und den USA zurückgreifen kann.
Der derzeitige Besuch der Stiftung Verbundenheit in Israel dient der Vorbereitung der Aufnahme einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Verbundenheit und der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft.
Vor diesem Hintergrund werden die Stiftungsvertreter in den kommenden Tagen Einrichtungen der „Jeckes“ in weiteren Städten Israels besuchen, darunter das für Ende des Jahres zu eröffnende Museum der „Jeckes“ in Haifa sowie Einrichtungen der „Jeckes“ in Jerusalem.

Die Erklärung zur Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Verbundenheit und der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft hat folgenden Wortlaut:
Die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft (Jeckes) und die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland haben ein gemeinsames Interesse daran, die zivilgesellschaftlichen Verbindungen zwischen Israel und Deutschland zu stärken und auszubauen und wollen in Zukunft in folgenden Themenbereichen partnerschaftlich zusammenarbeiten.
1) Die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft (Jeckes) und die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland setzen sich gemeinsam für die Unterstützung der deutschstämmigen Israelis durch die Bundesrepublik Deutschland ein. Insbesondere die kulturelle Arbeit, die Spracharbeit und die Jugendarbeit sollen im Fokus der Förderung stehen und gemeinsam ausgebaut werden. Auch das Gedenken an die Verbrechen der NS-Zeit, die den Juden deutscher Abstammung widerfahren sind, ist wichtiger Bestandteil des Dialogs zwischen den Organisationen.
2) Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland versteht sich als vermittelnde Institution zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft. Sie fördert die Vernetzung der Organisation mit Vertretern des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland sowie den Ausbau der Organisationsstrukturen in Israel.
3) Die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft fördert den Erhalt der deutschen Sprache und Kultur in Israel und arbeitet hierbei eng mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland zusammen. Beide Organisationen fördern gemeinsam eine engere Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel in der Thematik der deutschstämmigen Israelis, mit einem besonderen Fokus auf die Einbeziehung der jüngeren Generation und der Nachfahren der Erlebnisgeneration.
4) Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft vereinbaren sich nach Möglichkeiten einmal jährlich zu einem Austausch-und Planungstreffen zu treffen und dabei konkrete Maßnahmen für die Bewahrung der Sprache und Kultur der deutschstämmigen Israelis zu erarbeiten.
Tel Aviv, den 1. April 2025
Devora Haberfeld, Präsidentin der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft
Leora Shoham-Peters, Exekutivdirektorin der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft
Zvi Tropp, Mitglied des Vorstandes der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft
Prof.Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister a.D., Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Stiftung Verbundenheit
Hartmut Koschyk, Parl. Staatssekretär a.D., Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit
Dr. Marco Just Quiles, Geschäftsführer der Stiftung Verbundenheit
Werner Sonne, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Verbundenheit